Arctic Circle Trail – Am Amitsorsuaq entlang

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Tag 2

Die erste Nacht ist ganz schön frisch, da es in der Nacht aufgeklart hat. Satte 5°C zeigt der Temperaturfühler an. Es braucht Überwindung den warmen Schlafsack zu verlassen. Noch etwas steif von der Kälte rühren wir unser erstes Haferflocken-Frühstück mit heissem Wasser an, so dass sich das Milchpulver gut vermengt und die Erdbeeren quellen können. Spätestens nach dem Zeltabbau ist die Betriebstemperatur erreicht, um die nächsten Kilometer in Angriff zu nehmen.

Von Gletschern geformte Berge

Von Gletschern geformte Berge

Der Weg führt uns durch hügeliges Gelände. Am frühen Nachmittag kommen wir am Amitsorsuaq an, ein länglicher See an dessen Anfang sich die Hütte Katifikk befindet. Sind vieleicht entgegenkommende Wanderer mit Kanus ankommen? Denn am anderen Ende des See befindet sich ein verlassenes Kanuzentrum. Vier übrig gebliebenen Kanus können für die 20km Überfahrt benutz werden, anstatt diese zu Fuss zurück zu legen.

Ren mit Prachtsgeweih, Hütte Katifikk im Hintergrund

Leider ist kein einziges Kanu am Seeufer aus zu machen. Da wir gut im Zeitplan sind, beschliessen wir den Wandertag früh zu beenden und das schöne Wetter zu geniessen. Die Sonne lässt uns selbst beim Faulenzen schwitzen, Abkühlung finden wir im kalten See – zumindest für die Füsse.

Gegen Abend zeigt sich ein Rentier Bulle zum Äsen ganz nahe bei unserem Zelt. Ruhig zieht das Tier seine Kreise und trabt ungestört in die Ferne, wo es dann in der unendlichen Landschaft verschmilzt.


 

Tag 3

Unter den Wandervögeln gehören wir hier definitiv zu den Frühaufstehern. Zwar ist es Morgens etwas Kühl und der Himmel noch mit Wolken verzogen, jedoch klarte es jeweils gegen Mittag schnell auf. Bereits gegen 9.00 Uhr haben wir unsere schweren Rucksäcke geschultert und sind bereit zum Weiterlaufen.

Endlose Weiten anfangs See

Endlose Weiten anfangs See

Der Pfad verläuft gut erkennbar und fast ohne Höhenmeter direkt am Seeufer entlang. Kilometer um Kilometer vergehen und der See nimmt kein Ende. Etwas Spannung kommt auf, als wir mit unseren riesigen Rucksäcken zwischen den Fahrzeug grossen Granitblöcken umhersteigen, die von einem vergangenen Felssturz zeugen.

Bald wieder geht es dem Trampelpfad weiter in der pittoresken Landschaft und der Monotonie. Windstill spiegeln sich die Felsen im Wasser und auf einmal entdecken wir gar gleich drei Kanuten. Irgendwie sieht das viel Entspannter aus, wie die Über das Wasser gleiten. Ein kleinbisschen Neid macht sich breit.

Perfekte Spiegelung der Landschaft

Perfekte Spiegelung der Landschaft

Kanus, doch kein Gerücht

Kanus, doch kein Gerücht

Endlose Weiten mit Abendhimmel

Endlose Weiten mit Abendhimmel


Tag 4

Unser Nachtlager haben wir nach etwa 18km trekken am Vortag auf einer schönen Landzunge aufgebaut. In weiser Voraussicht wollten wir nicht in unmittelbarer Nähe des Kanuzentrums unser Zelt aufschlagen. Vor der Abreise haben wir in einem Blog gelesen, dass die Plätze um die befestigten Hütten durch Unrat und Kot ziemlich verschmutzt sind. Beim Vorbeigehen bestätigte sich dieses traurige Bild und wir sind froh über unsere Entscheidung. Wortlos gehen wir am Schauplatz vorbei.

Kurz vor dem Abfluss am Amitsorsuaq durchqueren wir Hektaren von verbrannter Erde. Offenbar ist es vor Jahren hier zu einem Buschbrand gekommen, der sich durch die Torfböden unterirdisch unkontrolliert weit ausbreiten konnte. Nur zaghaft gelingt es den Pflanzen wieder Fuss zu fassen.

Grau in Grau - Verbrannte Erde

Grau in Grau – Verbrannte Erde

Dem Abfluss folgend durchqueren wir morastiges Gelände und stehen daraufhin auf einem Hügel mit Weitblick über den riesigen Tasersuaq. Genug gelaufen, hier bleiben wir für eine Nacht.

Noch einige KM bis zum nächsten See

Noch einige KM bis zum nächsten See

 

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Arctic Circle Trail – Tag 1

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Und ab die Post…

Gestärkt treten wir unsere Mehrtagestour an und lassen Kangerlussuaq schon bald hinter uns – der Wanderklassiker hat gestartet. Entgegen allen Erwartungen beschreiten wir diesen alleine, da der Grossteil der Passagiere den örtlichen Flughafen nur als Transfer für einen schöneren Ort in Gröndland brauchen.

Arctic Circle Trail Schotterstrasse

Arctic Circle Trail Schotterstrasse

Die ersten Kilometer führen über eine langweilige Schotterstrasse bis nach Kellyville, dem eigentlichen Ausgangspunkt des Trails. Wir versuchen’s mit trampen und werden prompt nach einigen Kilometern mitgenommen. Auf der Ladefläche des Toyota Hilux einer grönländischen Kleinfamilie bewältigen wir die verbleibenden 10 km der Etappe spielend und bedanken uns bei der Familie mit 100 DKK (etwa 20 CHF) für die nette Geste.

 

Fortan folgen wir in gemütlichem Schritt den gut sichtbaren Wegspuren und den Steinmännchen. Nach drei Stunden durch die Landschaft trekken finden wir an einem See mit kleiner Insel eine schöne Zeltgelegenheit und bauen unser Nachtlager auf. Wir sind müde vom langen Tag mit Anreise, Zeitverschiebung und den vielen Eindrücken, die wir gesammelt haben.

Ghackets mit Apfelmus

Ghackets mit Apfelmus

Die Campingküche serviert zum Abendessen Ghackets mit Teigwaren und Apfelmus. Dank dem warmen Wetter braucht es auch nicht viel Überwindung für die Katzenwäsche mit dem eiskalten Seewasser. Das Sandmännchen holt uns früh ein und so befinden wir uns bereits um 20:00 Uhr im Reich der Träume.

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Auf zu den Inuit

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Vorgeplänkel

Wie schon so oft, gehen wir nicht einfach in die Ferien, sondern machen gleich ein Projekt daraus. Dieses Mal werden wir nach Grönland reisen, den Arctic Circle Trail laufen und Eisberge sehen. Der Arctic Circle Trail ist so ein Projekt, welches schon Jahre in unserem Köpfen herum geistert. Nun soll es endlich Tatsache werden. Bereits schon Monate zuvor starten die ersten Überlegungen zu unserem Vorhaben. Mit wenigen Klicks sind die Flüge und die Schiffs-Reise schnell gebucht, die Vorbereitung der Wanderung auf dem Arctic Circle Trail braucht da schon etwas mehr Zeit. Als wir feinsäuberlich die Packliste zusammenstellen, fehlen uns noch zwei wesentliche Elemente. Ein feinmaschiges Mückennetz und ein dazu gehöriger Fischerhut der jede und jeden dämlich aussehen lässt.

Als Erkentniss aus der letzten grossen Mehrtageswanderung auf dem Kungsleden möchten wir auf dieser Tour auf Energiestängel und Astronautennahrung verzichten, dafür unser Essen selber trocknen und vakuumieren. Dank Viseca Bonusprogramm tauschen wir 27’900 Surprize-Punkte ein und sind bereits wenige Tage später stolze Besitzer eines Dörrautomaten. In den letzten Tagen vor Abreise trocknen wir dann alles mögliche: Zuchetti, Rüebli, Hackfleisch, Tomatensauce, Aprikosen, Äpfel, Erdbeeren und unser eigenes Zwetschgenleder. Eine schweisstreibende Angelegenheit. Bei 35 Grad Aussentemperatur noch 10 Stunden lang den Dörrautomaten laufen zu lassen, verwandelt unsere Wohnung all abendlich in eine finnische Sauna.

Gepäck

Gepäck

Schlussendlich stellen wir uns 12 x Frühstück (z.B. Haferflocken mit getrockneten Erdbeeren und Milchpulver à 200g), 12 x Studentenfutter und 11 x Abendessen zusammen und kommen so auf etwa 5kg Essen. Beide Rucksäcke sind voll bis obenhin und wiegen jeweils etwa 16 Kilogramm. Zwei oder drei T-Shirts? Vier oder fünf Paar Socken? Egal, wird schon gut sein, auf einige Gramm zusätzlich kommt’s nun auch nicht mehr drauf an.

 

Anreise

Der Flug LX1272 führt uns von Zürich nach Kopenhagen, wo wir im Nordic Quality Airport Hotel Dan am Flughafen übernachten. Am Tag darauf hebt die 20 Jährigen Airbus A340-313 mit etwa 260 Pasagieren und wenig Verspätung um 09:39 in richtung Kangerlussuaq ab. Aus unerfindlichen Gründen handelt es sich um ein maltesisches Flugzeug ganz in weissem Inkognito Look und nicht um den schön roten Airbus der Greenland Air. Die maltesische Crew serviert uns undefinierbares Essen inkl. gluten, laktose und nussfreiem “Kuchen” mit Rumgeschmack. Urgh..

 

Ankunft SFJ

Das 500 Seelen Dorf Kangerlussuaq ist schnell überschaubar. Es besteht praktisch nur aus dem Flughafen, einigen Häusern und einem Supermarkt. Dieser ist zwar schnell gefunden, wir besuchen ihn jedoch gleich drei Mal innerhalb von 10 Minuten, da wir es nicht schaffen, Reinbenzin, Feuerzeug und Wasser in einem Durchgang zu kaufen.

Kangerlussuaq Airport

Kangerlussuaq Airport

Nach dem Einkauf gönnen wir uns noch ein dänischen Hot Dog (Pølse) und lassen uns von der Standbetreiberin das letzte Update zum Wetterverlauf der letzten Tage geben. Es sei ein aussergewöhnlich kalter Sommer gewesen, bis jetzt.

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Vinschgau – Val di Sole – Engadin

Höchste Zeit für ein Update!

Über den verschneiten Julierpass nehmen wir den Weg ins Vinschgau in Angriff. In Coldrano (Goldrain), unserem Ziel, ist es gefühlte 15 Grad wärmer als in den schweizer Alpen und die Saison ist noch in vollem Gang, ebenso wie die Apfelernte.  Wir beziehen unsere kleine Ferienwohnung und stellen einen ungefähren Plan für die nächsten Tage zusammen. Da ich allerdings immer noch mit der hartnäckigen Erkältung kämpfe, verschieben wir die geplanten Biketouren um einen Tag und fahren erst einmal mit der Vinschger Bahn bis nach Meran, wo wir das schöne und warme Wetter, sowie die Annehmlichkeiten der kleinen Stadt geniessen.

Auf dem Julier herrscht bereits Winter

Auf dem Julier herrscht bereits Winter

Meran gefällt uns auch bei unserem zweiten Besuch

Meran gefällt uns auch bei unserem zweiten Besuch

Fiat 500 Parade

Fiat 500 Parade

Am nächsten Tag ist die Schonzeit dann allerdings vorbei und wir pedalieren direkt von der Haustür Richtung Sonnenberg. Knapp 800 Höhenmeter trennen uns von unserem heutigen Bergpreis, dem Start des Propain Trail (Der Name hat nichts mit Schmerzen zu tun, sondern mit der gleichnamigen Bikemarke). Dank Teerstrasse und gleichmässiger Steigung kommen wir ganz gut voran, auch wenn die ab und zu vorbei fahrenden Bikeshuttles ein wenig an der Motivation nagen. Oben angekommen geniessen wir noch ein wenig das warme Wetter, ehe wir uns den Trail hinunter wagen. Mal einfach, mal flowig, mal rumplig, steinig und schwierig…der Trail bietet so ziemlich alles was das Bikeherz begehrt und mit einem dicken Grinsen rollen wir durch Schlanders wieder zurück nach Colrdano. Auch am nächsten Tag wartet einer der besten Trails des ganzen Vinschgaus auf uns. Der berühme Holy Hansen Trail will befahren werden, diesmal trennen uns allerdings knapp 1000 Höhenmeter von unserem Tagesziel. Für mich ein echter Krampf, der allerdings mit Kaiserschmarn und einem riesigen Becher Vanilleglace belohnt wird. Schliesslich müssen wir ja jetzt nur noch bergab. Auch wenn wir (ich) ein paar mal Absteigen müssen, der Holy Hansen macht genau so viel Spass wie der Kollege Propain auf der anderen Talseite.

Der wohl berühmteste Trail im ganzen Vinschgau

Der wohl berühmteste Trail im ganzen Vinschgau

Mal flowig..

Mal flowig auf dem Propain Trail..

mal rumplig.

mal rumplig auf dem Holy Hansen.

Diesmal probiert sich allerdings Adrian in einer Rolle vorwärts, was mit einem blutigen Knie und einem defekten Schaltzug endet (Mann ist wohl zu eitel für Knieschoner? :)). Beides ist allerdings nicht so schlimm und wir können die Tour noch zu Ende fahren. Allerdings sind nun doch Knieschoner der erste Punkt auf unserer Einkaufsliste. Um den Schaltzug kümmert sich der Bikemech in Schlanders. Am letzen Tag im Vinschgau gönnen wir unseren Beinen etwas Ruhe, gondeln mit der Bahn nach St. Martin und genehmigen uns nach einem kurzen Spatziergang gigantische Mohnstrudel und Apfelsaft.

Am Samstag verlassen wir das Vinschgau Richtung Val di Sole. Via tausend Kurven und Bergstrassen, auf denen leider auch ein Eichhörnchen sein Leben an unsere BF Goodrich Reifen verliert (sorry!), erreichen wir Commezzadura. Das Wetter ist trübe und im Gegensatz zum Vinschgau herrscht hier schon absoulte Zwischensaisonstimmung. Für die nächsten Tage ist leider mehr oder weniger Dauerregen angesagt und so sehen wir von den zweifelsohne sehr schönen Brenta Dolomiten so ziemlich gar nichts. Aber es gibt schlimmere Orte ein paar Regentage zu überstehen, als ein vierstern Hotel mit Spabereich und immerhin reicht es dann doch noch für eine kleine Biketour ohne nass zu werden.

Unterwegs im Val di Sole

Unterwegs im Val di Sole

Wo es leider meistens so aussieht

Wo es leider meistens so aussieht

Ausserdem bleibt Zeit um die nächsten paar Tage zu planen. Der ursprüngliche Plan, weiter Richtung Cortina zu fahren, gerät langsam ins wanken. Der Wetterbericht sagt dies- und jenseits der Alpen viel Regen und Schnee voraus. Ausserdem verliert unser treuer Landcruiser seit einigen Tagen Öl. Also beschliessen wir einen weiteren Abstecher nach Hause um das Ölproblem zu beheben und besseres Wetter ab zu warten. Auf dem Weg nach Zürich planen wir allerdings noch einen Zwischenstop in Pontresina ein. Wir wollen die Gelegenheit nutzen, um eine Biketour zu fahren, die bereits seit Ewigkeiten auf unserer To Do Liste steht: Der Bernina Express von Pontresina nach Poschiavo. Bei der Autofahrt nach Pontresina sind wir allerdings ein wenig skeptisch ob das Vorhaben gelingt, auf dem Bernina liegt bereits ein wenig Schnee. Nachdem wir unser Hotelzimmer bezogen haben, nutzen wir noch unsere Gästekarte und fahren mit dem Sessellift hoch auf die Alp Languard. Unverhofte Sonnenstrahlen bescheren uns einen wunderschönes Panorama und wir geniessen die kurze, aber schöne Wanderung.

Das Wetter kann sich nicht so ganz entscheiden

Das Wetter kann sich nicht so ganz entscheiden

Bereit für den Winterschlaf

Bereit für den Winterschlaf

Am nächsten Tag gilt es dann also ernst. Bei kühlen Temperaturen starten wir in Pontresina Richtung Morteratsch. Der Anfang ist recht gemütlich, aber kaum ist der Bahnhof Morteratsch passiert, geht es furchtbar steil bergauf. Nach 45 Minuten Fahrt bin ich zum ersten mal (bergauf) auf die Schnauze gefallen und keine drei Pedalumdrehungen später produziert Adrian einen Kettenriss. Die Reperatur mit dem Quicklink will erst nicht klappen, aber irgendwann ist die Kette dann doch wieder notdürftig zusammengeflickt. Zuerst wollen wir damit eigentlich nur zurück nach Pontresina fahren, als wir wieder zurück beim Bahnhof Morteratsch sind, stellen wir jedoch fest, dass die Reperatur eigentlich recht gut hält. So beschliessen wir, es doch bis nach Poschiavo zu versuchen. Also müssen wir das steile Stück welches wir soeben zurück gefahren sind nochmals hoch. Phu…von Pontresina bis zum Bernina Hospiz sind es zwar nur 500 Höhenmeter, doch diese müssen hart erarbeitet werden. Die Höhe sorgt zusätzlich dafür, dass man nach wenigen Minuten wie eine altersschwache Dampflock aus allen Löchern pfeift. Dafür entschädigt die wunderbare Landschaft für alle Mühen und irgendwann ist das Ospizio erreicht. Von dort ist es dann nicht mehr all zu weit bis zum Restaurant Bélvedère, eine urchige Berghütte mit toller Aussicht über das Puschlav und den Palügletscher, das Kuchenbuffet ist auch nicht zu verachten. Gestärkt mit Heidelbeerkuchen nehmen wir die lange Abfahrt Richtung Poschiavo in Angriff. Über loses Geröll, Wurzeln und die Schienen der Räthischen Bahn führt der endlose Trail hinunter nach Poschiavo. Ein wirkliches Bike Highlight diese Tour. Aber noch ist sie nicht fertig! In Poschiavo besteigen wir den Zug, welcher uns nun zurück zum Bernina Hospiz transportiert. Von dort geniesst man nun noch die ebenso geniale Abfahrt zurück nach Pontresina, die wir zu dritt in Angriff nehmen. Unterwegs hat Adrian nämlich wieder mal ein Schwätzchen gehalten und wir nehmen spontan einen E-Bike Fahrer in unsere überschaubare Bikegruppe auf. Neidisch bin ich ja schon ein wenig, wenn ich sehe wie mühelos der E-Biker die steilsten Rampen erklimmt, aber auch ohne Strom machen die letzten Kilometer zurück nach Pontresina Spass. Nach einem feinen Znacht entspannen wir unsere müden Knochen noch ein wenig in der Sauna.

Eindeutig ein Kettenriss :D

Eindeutig ein Kettenriss :D

Der Piz Palü zeigt sich auch ab und zu

Der Piz Palü zeigt sich auch ab und zu

Kurz vor dem Ospizio

Kurz vor dem Ospizio

Der Bernina Express ist Namensgeber dieser tollen Tour

Der Bernina Express ist Namensgeber dieser tollen Tour

Poschiavo Ahoi

Poschiavo Ahoi

Der nächste Tag bringt trübes Wetter und am Nachmittag ist Regen angesagt. Bevor wir nach Hause fahren, wollen wir jedoch noch ein wenig unsere Gästekarte ausnutzen. Da die Beine von gestern noch ordentlich müde sind, lassen wir uns heute hochfahren. Die Flowtrails auf der Corviglia sind das Ziel. Nach einigen Bahnfindungsschwierigkeiten weil wir nicht ins Parkhaus passen, bringt uns die Standseilbahn durch dicken Nebel nach oben. Über die beiden Flowtrails geht es dann wieder nach unten. An unserem Flow müssen wir defintiv noch arbeiten, aber es macht Spass für einmal einfach nur runter zu fahren und sich dann gemütlich mit der Bahn wieder nach oben transportieren zu lassen. Gegen Mittag wird es dann allerdings ungemütlich kalt und wir nehmen wiederwillig Abschied vom Engadin.

360 Grad Kurve auf dem WM Trail

360 Grad Kurve auf dem WM Trail

Irgendwo auf dem Olympia Trail

Irgendwo auf dem Olympia Trail

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Savognin

Am Montag Nachmittag machen wir uns also auf Richtung Savognin. Nachdem wir endlich die Ferienwohnung meiner Eltern gefunden haben, feiern wir das Wiedersehen stilgerecht bei Cordon Bleu und Capuns im nahen Restaurant.
Am nächsten Tag schwingen wir uns aufs Bike und nehmen den Uphill Richtung Alp Tscharnoz in Angriff. Schon bald bin ich ordentlich ausser Puste. Ob es das Cordon Bleu, das reichhaltige Frühstück oder die ungewohnte Höhe ist (oder alles zusammen)? Aber auch schiebend erreicht man irgendwann die Alp Tscharnoz und danach geht es dann definitv nur noch auf spassigem Trail abwärts. Danach reicht es sogar noch, unsere gratis Bähnlikarte auszunutzen.

Verdiente Pause kurz vor der Alp Tscharnoz

Verdiente Pause kurz vor der Alp Tscharnoz

Diesmal ohne Bikes, dafür mit Eltern, gondeln wir gemütlich für ein Salsizplätttli den Berg hoch. Immerhin den Rückweg nehmen wir zu Fuss in Angriff.
Auch am Mittwoch sind wir wieder auf zwei Rädern unterwegs. Dieses mal habe ich in weiser Vorraussicht das reichhaltige Gipfelifrühstück durch eine Schüssel Porridge ersetzt, in der Hoffnung, das Bergauffahren möge dies mal ein wenig besser gehen. Mit dem Postauto lassen wir uns bis Bivio chauffieren. Vorbei am Marmorera Stausee geht es bald steil aufwärts Richtung Alp Flix. Da helfen auch keine Haferflocken zum Frühsück. Der Aufstieg ist allerdings nicht all zu lang und schon rollen wir auf der wunderschönen Hochebene weiter, welche wir bis anhin nur im Winter kannten. Bald zweigt unser Single Trail Richtung Rona ab. Eine holprige Angelegenheit im oberen S2 Bereich, die mich des öfteren zum Absteigen zwingt. Gegen Ende wird es wieder einfach und der Weg führt uns durch einen wunderschönen Märchenwald, ehe wir bei Rona die Julier Passstrasse überqueren und gemütlich der Gelgia entlang bis nach Savognin rollen. Da es noch früh am Nachmittag ist, entscheiden wir uns die Tour bis nach Tiefencastel zu verlängern. Blöderweise muss man dazu allerdings nochmals ordentlich bergauf fahren, ehe man via Singletrail von Mon nach Tiefencastel gelangt. Der Trail ist wiederum am oberen Limit von dem was wir (oder ich zumindest) sicher fahren können. Eine Vorwärtsrolle später haben sich zumindest auch die Knieschoner bewährt. In Tiefencastel reicht es gerade noch für einen Nussgipfel Abstecher beim Bäcker, ehe uns das Postauto zurück nach Savognin bringt.

Schöner Trail entlang dem Stausee

Schöner Trail entlang dem Stausee

Alp Flix mit Blick auf den markanten Piz Plata

Alp Flix mit Blick auf den markanten Piz Plata

Märchenwald ob Ronda

Konnten wir bis anhin noch sommerliche warme Temperaturen geniessen, zieht langsam schlecht Wetter auf und es wird deutlich kälter. Es reicht gerade noch so für eine kurze Wanderung auf den Piz Martegnas. Wanderwegtechnisch jetzt nicht gerade ein Highlight, meistens beweg man sich entweder auf Skipiste oder Knöchelbrecherkuhweide. Aber dafür winkt ein Wurstsalat in Radons, ehe wir bei der Mittelstation wieder auf den Rest der Familie treffen, mittlerweile sind auch Schwester und Göttibueb eingetroffen. Trocken schaffen wir es noch bis nach Hause, ehe dann definitiv das schlechte Wetter Einzug hält.

"Wanderweg"

“Wanderweg”

Der Photograph und sein Model

Der Photograph und sein Model

Der nächste Morgen begrüsst uns mit starkem Regen, gegen Mittag hat Petrus allerdings ein Einsehen und wir gondeln ein weiteres Mal den Berg hoch um zumindest noch eine kleine Runde zu Fuss zu drehen. Die Wolken bieten immerhin dramatische Fotoszenen und wir treffen auf den ersten Schnee der Saison!

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Von 30 Grad bis zum ersten Schnee in 3 Tagen

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Immerhin gutes Fotowetter

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Das Wochenende bleibt weiterhin nass und kalt. Zudem macht sich ein aus dem Aargau importierter Käfer breit und verwandelt unsere Ferienwohnung in ein Sanatorium. 4 von 6 Personen sind am Schluss am kränkeln, kein schlechter Schnitt! Trotzdem reicht es am Sonntag noch für einen ausgedehnten Brunch im Bergrestaurant, ehe wir uns von der Familie verabschieden und weiter Richtung Südtirol ziehen.

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Auvergne – Zürich

Wie jetzt Zürich? Aber alles der Reihe nach:
Das Wetter meint es für einmal gut mit uns, es herrscht allerbestes Wanderwetter. Also nehmen wir den Gipfel des Puy de Sancy in Angriff. Die eine Seite dieses Gebiets ist ein ziemlich verbautes Skigebiet und auch auf den Puy de Sancy kann man fast mit dem Gondeli hochfahren, entsprechend sieht es dort oben aus wie an einem schönen Sontag auf der Rigi. Die Rückseite ist allerdings fast unverbaut und im Vergleich zum Gipfel schon fast einsam. Daher müssen wir nicht zweimal überlegen, von wo aus wir den Berg in Angriff nehmen wollen. Wir bahnen uns einen Weg durch die zahlreich vorhandenen Kuhherden und es dauert nicht lange, bis wir die Endstation einer der Gondeln erreichen, von wo aus sich im Sommer die Biker zu Tale stürzen. Wir machen eine Pause und beobachten eine Weile, was sich da so alles mit Fullface und Ganzkörper Panzerung auf den Weg macht. Es scheint, als seien in diesem Park ausschliesslich Feriengäste unterwegs, die in ihrem Leben noch nie auf einem Rad gesessen und bereits 2 Meter nach der Gondelstation völlig überfordert sind. Da es entsprechend nicht viel spannendes zu sehen gibt, machen wir uns auf den Weiterweg Richtung Puy de Sancy, nun nicht mehr ganz so einsam, die Aussicht ist trotzem fantastisch und wir geniessen das tolle Wetter, auch wenn wir uns aufgrund der Menschenmassen nicht lange auf dem Gipfel aufhalten. Auf dem Rückweg mampfen wir uns noch ein wenig durch die am Wegrand wachsenden Heidelbeeren und sind dann bald auch schon wieder zurück beim Auto.

Auf dem Puy de Sancy zusammen mit halb Frankreich

Auf dem Puy de Sancy zusammen mit halb Frankreich

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the locals

Die Gipfel der Auvergne bestehen hauptsächlich aus längst erloschenen Vulkanen. Bis anhin haben wir davon noch nicht so viel gemerkt, daher machen wir uns am nächsten Tag auf Richtung Puy de Dôme. Da dort allerdings ein Zug hochfährt, entscheiden wir uns für dessen Nachbarn den Puy de Pariou, dem man seinen vulkanischen Urpsrung deutlich ansieht. Wir umrunden den Berg auf seinem Kraterrand, besteigen zwei kleinere Nachbargipfel und surfen auf losem Lavagestein wieder talwärts.

Der Krater des Puy Pariou

Der Krater des Puy Pariou

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Am Mittwoch heisst es dann zum letzten Mal zusammenpacken und Auto beladen. 600 Kilometer und einige Stunden später, schliessen wir tatsächlich die Türe zu unserer Wohnung auf, was sich nach 3 Monaten Abwesenheit schon reichlich seltsam anfühlt. Doch wieso schon zu Hause? Nachdem wir uns letzte Woche gegen die Pyrenäen entschieden hatten, reifte ziemlich schnell der Entschluss eines Zwischenstops zu Hause. Ballast abwerfen und Bikes tauschen, soweit der Plan. Die Tage zu Hause vergehen im Schnellzugstempo, es gibt aber auch viel zu tun. Auspacken, wieder einpacken, Material reinigen, Auto waschen, Gepäckträger demontieren, Tipi in die Reperatur bringen, Kleider waschen, Bikes vorbereiten und natürlich Raclette essen! Dazwischen finden wir aber auch noch Zeit um auf der Aliexpress Ananas die Limmat hinunter zu treiben. Was sein muss, muss sein.

Die China Ananas ist bereit für die Jungfernfahrt

Die China Ananas ist bereit für die Jungfernfahrt

Auf der Limmat (mit schöner T-Shirt Bräune)

Auf der Limmat (mit schöner T-Shirt Bräune)

Dies muss allerdings vorerst ein Geheimnis bleiben, denn morgen wollen wir meine Familie an ihrem Ferienort Savognin überaschen. Daher können wir diesen Blogpost erst online stellen, wenn die Überaschung dann hoffentlich gelungen ist.
Nach Savognin geht es wahrscheinlich via Vinschgau weiter in die Dolomiten, wo wir uns noch einen schönen Herbst mit etwas weniger Volk erhoffen. Und was wäre eine Reise ohne den obligaten Schlussabstecher nach Bella Italia?

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