Arctic Circle Trail – Halbzeit

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Tag 5 – Halbzeit

Irgendwo im Nirgendwo, so lässt sich unsere Situation wohl treffend beschreiben. Wir befinden uns nun etwa auf halber Strecke und haben das Vergnügen unsere erste wirkliche Hochebene zu durchqueren. Für uns geht’s erstmal im Schneckentempo auf über 400 Meter über Meer hinauf und anschliessend schier Endlos über die Hochebene. Die Regenwolken kleben am Berg. Wunderschöne Aussicht auf den riesigen See Tasersuaq geniessen? Fehlanzeige. Duzende Mücken schwirren uns unablässig um den Kopf. Die kühlen Temperaturen und Nieselregen machen den Plagegeistern wohl nichts aus.

Highlight in der Tristesse

Highlight in der Tristesse

Im verlauf des Tages passt sich meine Laune dem Wetter an. Die Pausen sind spährlich, weil alles Heute irgendwie keinen Spass macht. Kalt, feucht und das Mückennetz ist etwa ähnlich Lästig wie die Mücken. Die Temperatur ist gerde so, dass es beim Gehen zu warm für eine Fleece-Jacke und zu Kalt für im Kurzarm-Shirt. Auch dient die Jacke zum Schutz vor den blutrünstigen Plaggeister, meisstens. Aber was wäre denn auch ein Artic Circle Trail ohne Mückenstiche?!

Die Hütte auf der Hochebene lassen wir – so wie die bisherigen Hütten – links liegen. Auf schnarchende Bettnachbarn, Bettwanzen und der schmuddeliger Hüttenromantik verzichten wir gerne. Einige hundert Meter von der Hütte entfernt schlagen wir unser Zweierzelt auf und geniessen die kühle Einsamkeit zu Zweit.

See Tasersuaq

See Tasersuaq

Tag 6 – Die Flussquerung

Die ganze Nacht hindurch hat es unablässig aus Kübeln geschüttet. Für ein gesteigertes Wohlbefinden habe ich mir irgendwann Schaumstöpsel in die Ohren gedrückt. Den Wettercheck können wir Heute akustisch erledigen, gleiches prasselndes Geräusch wie am Vorabend. Wir bleiben lange in den Federn liegen. Entweder eine Wetterbesserung, oder 10.00 Uhr als spätesten Zeitpunkt für den Abmarsch. Ausharren kommt für uns nicht in Frage, denn in unserem Outdoor Handbuch steht, dass diese Etappe häufig von starkem Wind, Regen und schlechter Sicht begleitet wird.

Kurz vor 10.00 Uhr stellt sich der Regen ein, der Nebel verzieht sich und wir erspähen wenig später die ersten Fernwanderer. Diese haben wohl in der Hütte übernachtet und sind vor kurzem aufgebrochen. Wir es Ihnen gleich und gehen den Abstieg ins Tal an. Beim Absiegt haben wir freie Sicht und überblicken das ganze Flusstal Itinneq (Ole’s Lakseelv).

Aussicht beim Abstieg über Itinneq - Ole's Lakseelv

Aussicht beim Abstieg über Itinneq – Ole’s Lakseelv

Auf den heutigen Tag sind wir besonders gespannt, da heute eine Flussquerung beinhaltet. Diverse Berichte beschreiben eine Brücke inkl. weitem Umweg, eine Flussfurt in Unterhosen durch eiskaltes Wasser oder ein Boot. Beim Abstieg haben wir das Boot bereits in der Ferne ausgemacht und für die Querung angesteuert.

Zwar liegt das Boot am gegenüberliegenden Flussufer, jedoch lässt sich dieses mittels Tau auf unsere Seite ziehen. Die anschliessende Zurückrudern mit dem Boot gelingt uns auf Anhieb und wir legen Trocken am Ufer an. Kein Furten, kein Umweg – Phu.

Stetig am Berghang folgend erreichen wir bald darauf das Etappenziel einiger Fernwanderer, eine Hütte. Wir fühlen uns noch nicht Erschöpft und so gehen wir gleich noch den nächsten Anstieg zum Iluliumanersuup Portornga an. Nach den 400 Höhenmetern ist’s dann auch für Uns genug. Die Linsen mit getrockneter Mango haben wir uns definitiv verdient.

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Kurze Pause nach 400 Höhenmeter aufstieg.

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