Cairngorms Part II

Kurzzusammenfassung vom Wochenende: Wind, Stürmischer Wind, Sturmböen, Orkan. Und nun zur längeren Version.
Nach unserer langen Wanderung am Vortag gönnen wir uns einen gemütlicheren Start in den neuen Tag. Gipfeli aus dem nahegelegenen Supermarkt verfeinern unser Frühstücksbuffet. Gemütlich ist es jedoch nicht wirklich, fliegt uns doch die Hälfte des Frühstücks aufgrund des starken Windes um die Ohren. Wir verkriechen uns gerne wieder ins gemütliche und wesentlich wärmere Tipi zurück. Um doch noch in die Gänge zu kommen, erkunden wir das kleine Dorf Ballater und dessen Samstags-Markt, wo wir uns etwas unter die Bevölkerung mischen und lokales Bier, so wie Burger und leckeren Käse vom Dorfmetzger erstehen.
Nach langem Zögern aufgrund der starken Böen wagen wir es dann doch noch, die Mountainbikes auf eine kürzere Tour aus zu führen. Die Tour führe uns über die umliegenden Hügel welche ein hervorragenden Rundumblick ermöglichen, sofern einem der andauernde Wind nicht den Regen ins Gesicht peitscht oder fast vom Trail drückt. Das Wetter wechselt im Minutentakt zwischen Weltuntergang und lauem Frühlingsnachmittag. Auf dem Rückweg lernen wir dann zudem den nächsten Feind des gemeinen Schottlandreisenden kennen: Bogholes, sehr tiefe und schlecht sichtbare Schlammlöcher. Diese lassen einen auch gerne Mal bei einer Unachtsamkeit über den Lenker fliegen, Schmerzen in den Weichteilen inklusive. Katrin hingegen übersteht diesen Teil ohne Zwischenfälle. Nach dem etwas schlammigen Anfang wird es dann aber ein sehr schöner Trail mit phänomenaler Aussicht und am Schluss sind wir ganz schön durchgerüttelt aber zufrieden.

Kurz vor dem Boghole Incident

Danach ein schöner und vor allem trockener Trail

Die nächste Regenwand im Anflug

Die nächste Regenwand im Anflug

Wieder zurück in unserem Basecamp packt uns der Hunger. Bei weiterhin starkem Wind zu kochen kostet ziemliche Überwindung. Der Kocher braucht 10 mal länger für alles und das Essen ist dafür 10 mal schneller kalt. Nächstes Mal gibt’s Suppe – die bleibt länger warm.
Nach einer stürmischen und lauten Nacht,  hat nun endlich jemand den Windschalter umgelegt. So erkunden wir weitere Hügel und einsame Täler im Umkreis von Ballater, wieder eine etwa zweistündige Mountainbike-Tour mit einer Flussüberquerung – Steinehüpfen mit Fahrrad auf dem Rücken – und einer schönen Singletrail-Abfahrt.

Inzwischen sind wir wieder nahezu alleine auf dem Campingplatz, denn das Wochenende ist für die Briten bereits wieder zu Ende. Die Schotten sind allerdings wesentlich gesittetere Nachbarn als die Engländer. Dies liegt mehrheitlich auch daran, dass Schotten im Caravan und nicht im Zelt reisen. Das Verbrennen von Massen an Fleisch und ab und zu auch ein wenig Abfall scheint ebenso eher eine Eigenart der südlichen Nachbarn zu sein.  An der Reception erfahren wir zudem bei einem kurzen Schwatz, dass unser Tipi bereits als Navigationshilfe auf dem Platz gebraucht wird – “vor dem Tipi nach Rechts abbiegen”. Und zur Abendstunde geben wir Interessenten, die von unserem rauchenden Kamin angelockt werden, auch gerne eine Zeltführung. Ein 80 jähriger Holländer kriegt sich gar nicht mehr ein vor Begeisterung als er erfährt, dass unser Zeltofen ein holländisches Fabrikat ist.
Es ist jemand zu Hause

Es ist jemand zu Hause

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