Cinque Terre – Piemonte

Nachdem wir noch einen relativ trockenen Nachmittag in Porto Venere verbracht hatten, begrüsste uns die Region Cinque Terre mal wieder mit Regen. So krochen wir erst gegen 16:00 Uhr aus dem Zelt und kurvten über eine halsbrecherische Strasse, von der immer wieder mal Teile fehlten, nach Monterosso, wo wir uns unters (mehrheitlich amerikanische) Volk mischten. Da der Wetterbericht für die kommenden Tage nichts gutes voraussagte, mussten wir die anderen quatro terre leider auslassen, bzw aus der Ferne bestaunen. Aber die Region ist definitiv einen Besuch wert!

Porto Venere

Porto Venere

Ein letzter warmer Abend in Monterosso

Ein letzter warmer Abend in Monterosso

 

Weiter ging es durch ultra enge einspurige Tunnels, die aus jeder Richtung jeweils nur viermal in der Stunde für eine Minute befahren werden dürfen. So hatten wir genug Zeit unterwegs auch mal einen Kaffee und die letzten Sonnenstrahlen zu geniessen. Auf Höhe Turin schluckte uns dann definitiv der berüchtigte Nebel der Po Ebene, der sich für die nächsten drei Tage auch nicht mehr lichten sollte. Nun wissen wir auch, warum die Rebsorte aus dem Piemont Nebbiolo heisst. Unser anvisierter Campingplatz lag auf 800 Meter Höhe und bereits beim Aussteigen wurde uns klar, das wird hier wohl etwas kühl. Entsprechend waren auch weit und breit keine anderen Camper in Sicht. Der sehr nette Besitzer überzeugte uns dann auch recht schnell sein sensationelles Angebot für ein kleines Chalet anzunehmen. Könne ja kein Mensch im Zelt schlafen bei dem Wetter. Die waren wohl auch froh, mussten sie wegen uns nicht nochmals die ganzen Sanitäranlagen in Betrieb nehmen, geschweige den putzen. So wohnten wir die letzten Tage in einem kleinen Häuschen hoch oben über Turin, mit eigenem Badezimmer und kleiner Küche. Und das alles für weniger € pro Nacht als wir auf dem Campingplatz in Siena für ein kleines Zelt bezahlt haben. Wir liessen es uns natürlich nicht nehmen, auch noch gleich das angrenzende Restaurant auszutesten. Wir sind froh, haben wir es danach überhaupt noch bis zu unserer Hütte geschafft, so kugelrund wie wir nach dem 5 Gänger waren. Aber natürlich tun wir auch fleissig etwas für den Kalorienabbau. In der Region gibt es diverse Klettermöglichkeiten und so konnten wir trotz nassfeuchtem Wetter einige schöne Routen am piemontesischen Gneiss klettern.

Gestern bekamen wir zudem noch Besuch von Seraina & Toby, die gerade für einige Tage im Piemont in den Ferien waren. Nach dem wettertechnisch misslungenen Versuch am Sustenpass und dem nicht stattgefundenen Treffen in Cala Gonone, haben wir es doch noch geschafft, endlich einmal zusammen klettern zu gehen. Leider sind wir Schuhgrössentechnisch nicht so kompatibel wie mit Simone & Roger, was vor allem Toby’s Zehen zu spüren bekamen. So nahmen wir es dann auch eher gemütlich und bald schon lockte uns der Apero zurück nach Verna.

Technikkurs "Reibung Teil 1"

Technikkurs “Reibung Teil 1”

Auf dem Rückweg stiessen wir dann mitten auf dem Wanderweg auf eine weisse Knolle. Natürlich haben wir alle zuerst einmal Witze gerissen, “haha das ist sicher ein Trüffel”. Aber nach dem Riechtest waren wir alle einer Meinung: Das ist ein Trüffel! Am Abend präsentierten wir unseren Fund dann dem Koch vom Restaurant. Wir hatten ja ein wenig Schiss, er würde uns auslachen, das sei nur eine verrottete Marroni oder so. Aber nein, auch sein erstes Urteil: Tartufo!
Unsere Knolle beschäftigte das ganze Personal, den eigentlich gäbe es in dieser Region gar keine Trüffel. Nun ja, vielleicht wurde er von einem Pilzsammler aussortiert oder ein verirrtes Trüffelschwein aus Alba hat ihn verloren. Auch egal, wenn wir schon keine Steinpilze finden, dann wenigsten Trüffel 😀

Fliegenpilz vs. Trüffel

Fliegenpilz vs. Trüffel

Heute begrüsste uns dann endlich einmal die Sonne und blauer Himmel. Trotzdem ist es auch hier merklich kühler geworden. Gerade mal 10 Grad, das reichte gerade noch knapp für ein paar letzte Züge am Fels, mitten im Wald, mit einer fantastischen Aussicht bis nach Turin. Bereits auf dem Rückweg wurden wir aber schon wieder verregnet.

Der Herbst ist definitiv da

Der Herbst (oder Winter?) ist definitiv da

Morgen müssen wir unser kleines Chalet leider wieder verlassen. Nach 4 1/2 Monaten im Zelt gewöhnen wir uns jetzt langsam wieder an die Zivilisation, daher verbringen wir das Wochenende im Hotel in Turin. Und danach? Tja..dann wird es wohl langsam aber sicher wieder Richtung Schweiz gehen. Die Temperaturen und das Wetter haben dafür gesorgt, dass wir uns auch ein wenig auf eine geheizte Wohnung und Duschen bei mehr als 13 Grad freuen. Aber das italienische Essen werden wir schon etwas vermissen 😀

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3 Responses to Cinque Terre – Piemonte

  1. Simone says:

    so händer jetzt de Tartuffo verkauft??

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