Kungsleden Tag 8 – Die letzten Kilometer

Der letzte Tag gibt sich noch einmal richtig Mühe uns würdevoll zu verabschieden. Stahlblauer Himmel und ein wundervoller Ausblick übers Tal machen das Frühstück zum Genuss, auch wenn ich das Müslimilchpulvergemisch nicht mehr sehen kann und nach der Hälfte aufgebe.

Frühstück mit Aussicht

Frühstück mit Aussicht

Mit noch etwas steifen Beinen starten wir unsere letzte Etappe bis nach Nikkaluokta. Bis wenige Kilometer nach der Kebnekaise Fjällstation läuft es uns eigentlich recht gut und wir kommen zügig vorwärts. Doch dann meldet sich die Achillessehne wieder und wir müssen eine erste längere Pause einlegen. Da wir vermuten, dass die Schmerzen durch die inzwischen ziemlich schräg abgelaufenen Wanderschuhsohlen hervorgerufen werden, wird auf die Wadtschuhe gewechselt. Dem Freund läufts nun wieder rund, dafür stellt sich bei mir eine erste Krise ein. Dieses kilometerlange durch den Wald laufen ohne Aussicht ist einfach nicht so mein Ding, die freundlichen Kilometertafeln sind dabei auch nicht gerade hilfreich. Ein Kilometer kann doch unmöglich so lang sein!!.. unser First World Problem aka Sonne und Hitze ist heute zudem auch wieder sehr akkut und wir sind beide froh, als wir die Strecke bis zur Bootsstation hinter uns gebracht haben. Eigentlich waren wir uns einig, die Strecke komplett zu laufen aber nun wankt unser Entschluss bedrohlich, oder eher mein Entschluss wankt. Etwas unschlüssig stehen wir vor der Info Tafel, wir haben nicht mehr genügend Bargeld für das Boot. Zum Glück quatscht uns ein schwedisches Ehepaar an und versichert uns, dass man auf dem Boot auch mit Kreditkarte bezahlen kann und sowieso, es würde doch gleich in 15 Minuten ein Boot ablegen..ob wir uns das wirklich nicht gönnen wollen? Natürlich will ich!!.sämtliche guten Vorsätze die Strecke zu Fuss zurück zu legen sind schnell über Bord geworfen und kurze Zeit später legt das Boot auch schon am Schiffssteg an.

Boottransfer

Das rettende Boot mit Kreditkartenautomat

Nach einer schönen, kühlen Bootsfahrt über den See, inklusive Elchsichtung, sowie weiteren 5km zu Fuss, kommen wir um 14.00 Uhr noch vor dem heranrollenden Gewitter in Nikkaluokta an.

Am Ziel

Am Ziel

Geschafft! Eine tolle Tour mit vielen schönen Eindrücken und wahnsinnigem Wetterglück im skandinavischen Supersommer geht zu Ende. Nachdem wir uns am Vortag noch geschworen hatten, für die restlichen Ferien die Wanderschuhe kein einziges mal mehr an zu schauen, formen sich bereits bei Lachsbröchten und Fanta wieder die ersten Ideen für die nächste Woche..jetzt wo wir so gut eingelaufen sind noch eine Hochtour..oder wir könnten doch….?

Das geschäftige Treiben der Fjällräven Classic Vorbereitungen verkürzt zudem die Wartezeit bis zur Abfahrt des Buses um 16:20 Uhr. Kurz vor Kiruna kann ich mit dem Mobile schon einmal die Flüge für den nächsten Tag abchecken. 110 € für Kiruna – Zürich, was für ein Schnäppchen! Die definitive Buchung verschieben wir auf später wenn wir im Hotel sind. Doch offenbar hat der gesamte Nikkaluokta Bus in etwa das gleiche Vorhaben und 15 Minuten später kostet der Flug bereits das Doppelte. Nun gut, auch mit 200€ können wir gut leben und mit 4:40h  inkl Umsteigen in Stockholm ist die Reisezeit auch noch angenehm kurz. Aus unerfindlichen Gründen wurden wir zudem bei sämtlichen Flügen in die SAS Plus Kategorie gebucht, obwohl wir immer den billigsten SAS Go Preis bezahlt hatten. Leider merken wir erst auf dem Heimflug so richtig was das bedeutet: FREE DRINKS AND FOOD!!

Den letzten Abend in Kiruna verbringen wir bei wohlverdientem Burger (with all the extra toppings please) und Bier. Prost!

 

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