Galdhøppigen – Top of Scandinavia

Wenn wir schon in Norwegen sind, können wir es uns natürlich nicht entgehen lassen, den höchsten Berg Norwegens und gleichzeitig von ganz Skandinavien, in unsere Gipfelsammlung aufzunehmen.
Dem alpenverwöhnten Wanderer und Bergsteiger mögen die knapp 2500 m.ü.M zuerst nur ein müdes Lächeln abringen, doch ganz so einfach ist es dann doch nicht. In der norwegischen Bergwelt muss man gut 1000 Meter dazurechnen, um die Verhältnisse mit den heimischen Alpen zu vergleichen.

Die Nacht verbringen wir auf dem Camping Platz des Spiterstulen Hotels, die perfekte Home Base für eine Besteigung des Galdhøppigen. Um 7:30 starten wir unseren Aufstieg bei der Brücke beim Campingplatz. Der Anfang führt über einen für norwegische Verhältnisse sehr einfachen und gut sichtbaren Wanderweg. Nach etwa einer Stunde wird das Gelände dann jedoch zunehmend steiniger und weglos. Generell is die Route relativ gut mit den bekannten roten Ts markiert. Bei Nebel kann es aber in der Steinwüste manchmal etwas schwierig sein, das nächste T zu finden, da es meistens nur irgendwo auf einen kleinen Stein aufgemalt ist. Der Weiterweg zum Gipfel verändert sich dann nicht mehr gross..Steine Steine Steine. Wir stellen fest, dass das Enagadin das perfekte Bootcamp für unser norwegisches Gipfelglück war.
Am Vorabend hatte es unten beim Spiterstulen heftig geregnet, auf halbem Weg zum Gipfel liegt jedoch bereits Neuschnee, was den ersten Zwischenabstieg und die Wegfindung ein wenig erschweren. Die Steine sind durch den dünnen Schneefilm ziemlich rutschtig und der Gipfel verhüllt sich zudem in einer dichten Nebelwolke. Dafür sind wir am heutigen Tag die ersten, die ihre Fussspuren auf dem Neuschnee hinterlassen.

Auf dem Weg immer wieder beeindruckende Sicht auf die beiden Gletscher zur linken und rechten Seite. Kurz vor dem Gipfel muss noch ein kleines Schneefeld oberhalb des Gletschers gequert werden. Das norwegische Wanderwege etwas speziell sind, haben wir ja bereits festgestellt. So verwundert es dann auch nicht, dass bereits 10 Meter neben der Spur ziemlich beeindruckende Gletscherspalten zu sehen sind. Ganz kurz taucht dann die Volehytta mit ihrer etwas eigenwilligen Architektur aus dem Nebel auf und wir sehen zum ersten Mal wo überhaupt das heutige Ziel liegt. Oben angekommen ist die Sicht gegen null und vom vielgerühmten Panorama können wir leider gar nichts sehen. Es schneit sogar ein wenig aus der Nebeldecke. Doch davon lassen wir uns die Laune nicht verderben und nach knapp 4 1/2 Stunden Aufstieg geniessen wir unser Gipfelyoghurt.

Den Abstieg nehmen wir gemütlich und legen viele Fotostops ein, da uns der Nebel nun doch ab und zu eine beeindruckende Weitsicht gönnt. Zudem kann man nun die zahlreichen Seilschaften auf dem Styggebreen beobachten. Wie auf einer Perlenschnur reihen sich die Touris auf dem Grat Richtung Gipfel. Kurz unterhalb des Schneelfeldes vor dem Gipfel treffen wir auf zwei Franzosen die hilflos mit einer Wanderkarte umherirren. Offenbar sind sie wegen den nahen Gletscherspalten so verunsichert, dass sie glauben nicht mehr auf dem richtigen Weg zu sein. Wir versichern ihnen, dass sie total auf Kurs sind und zögerlich setzen sie ihren Aufstieg fort.
Nach knapp 3 1/2 h sind wir dann erschöpft aber zufrieden zurück im Base Camp.
Wie beschliessen unser Base Camp nach Lom zu verschieben. Zur Belohnung gönnen wir uns einen 4 Gänger im Restaurant Fossheim. Was für ein Essen, Was für ein Service, Was für ein perfekter Ferientag!

Schwierigkeit: T4-T5, der grösste Teil ist weglos über Geröllfelder, Wegfindung bei schlechtem Wetter evtl. etwas schwieriger
Zeitbedarf: 7-8h
Ausgangs- und Endpunkt: Hotel Spiterstulen
Verpflegung: Im Sommer bei schönem Wetter ist die Gipfelhütte bewirtet. Ansonsten gibts Kaffee und Kuchen im Hotel Spiterstulen
Ausrüstung: Auch im Sommer Kappe und Handschuhe, Windfeste Bekleidung, Trekkingstöcke evtl bei Neuschnee und Schneefeldquerung hilfreich

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One Response to Galdhøppigen – Top of Scandinavia

  1. Adrian says:

    Und zu meiner Freude wurde der Zeltplat Spitterstulen von outdoor.de-Lesern zum schönsten Naturzeltplatz 2012 gewählt!
    http://www.outdoor-magazin.com/news/trail-travel/die-outdoor-leser-haben-gewaehlt-europas-schoenster-naturzeltplatz-liegt-in-norwegen.582946.3.htm

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