Hallo neue Kletterschuhe und willkommen in der Wiege des Skis

Die Tage werden kürzer je länger der Sommer andauert. Zwar sind wir in Südnorwegen, aber durch die hügelige Fjell-Landschaft ist die Sonne schon gerne bereits um 20.00 Uhr verschwunden. Übrig bleibt ein schönes Abendrot, welches auf einen weiteren schönen Sommertag hoffen lässt. Nach dem Aufenthalt im Setesdal ging es von Valle über den landschaftlich reizvollen und schmalen Suleskarvegen (RV45) in die Region von Stavanger.

Auf dem Weg nach Stavanger

Auf dem Weg nach Stavanger

Kaum an der Küste angelangt, regnete es Bindfäden. Der Zeltaufbau inklusive Tarp wurde dann zum Wettlauf gegen die Zeit. Nach einer Weile konnten wir dann mehr oder weniger improvisiert unser Steh-Dinner geniessen – Weissweinrisotto. Preikestolen Camping ist DER Campingplatz für all jene, welche die 6km Wanderung zum Preikestolen Felsen machen wollen und ebenso der einzige Campingplatz weit und breit, dementsprechend war er überfüllt und das Ganze ist eine richtige Massenabfertigung. Zudem kostet die Nacht mit Zelt dort 50 Franken! Da wir beide die lokale Attraktion bereits vor zwei Jahren bei schönem Wetter genossen, schenkten wir uns die Wanderung.

Die Fähre brachte uns am nächsten Tag nach Stavanger, lokal herrschte schönstes Wetter, so genossen wir die Sonne im schönen Städtchen bevor wir uns der Tagesaufgabe “Kletterschuhe suchen” zuwendeten. Kletterhalle, Platau und zum schluss XXL, durch halb Stavanger sind wir gefahren um dann das richtige Paar Schuhe für mich zu finden. Ist auch gar nich so einfach, da mehrheitlich nur die unbequemen Schuhe mit grosser Spannung verkauft werden. Im XXL im Spreitenbach von Stavanger gab es die Kletterschuhe in einem kleinen Regal neben all den Jagdgewehren, Krabbenkäfigen und Pfeilbogen, ist ja auch sehr Themenähnlich, so fanden wir’s erst beim zweiten Durchgang. Der Laden war etwa ein Fussballfeld gross und hatte alle möglichen Artikel welche mit dem Thema Sport zu tun hatten. So liess ich es mir nicht nehmen und gönnte mir eine Einführung in Materialkunde Angeln. Vorerst habe ich mich gegen eine Angelrute plus Material entschieden, da es mir (noch) etwas zu teuer ist, das Abendessen selber zu fangen. Nach diesem Ladenmarathon musste Katrin notfallmässig mit einer grossen Pizza bei Dolly Dimples wieder aufgepäppelt werden.

Mit den neuen Kletterschuhen ging es am nächsten Tag bei schönstem Wetter auf ins Kletterparadies Homeland i Rogaland. Die Zustiege im Setesdal haben ja diverse Schürf- und Kratzwunden als Andenken hinterlassen, doch für einmal führt hier ein Wanderwag direkt vor die Wand, praktisch. Der Fels war extrem scharfkantig und nach einer 4a und 4c Route waren unsere Finger so zerschnitten, dass wir uns auf den Heimweg machten. Dennoch wieder eine sehr schöne Wand die uns gefallen hat.

Äh wodure gahts?

Äh wodure gahts?

Aufgrund des anhaltend guten Wetters entschiden wir uns am 15. wider Mal auf einen Berg zu steigen. Der Bynut (670 M.ü.M.) bietet auf seiner Spitze eine wunderschöne Rundsicht über die ganze Region. Es müssen zwar nicht wahnsinnig viel Höhenmeter überwunden werden, doch norwegische Wanderwege sind ein Kapitel für sich und nach 5h war es dann langsam auch genug für uns :-) Die Langstrecken Kondition war auch schon besser. Immerhin konnten wir dieses Mal mehr oder weniger die Zeit der norwegischen Kampfwanderer halten.

Auf dem Rückweg vom Bynut

Auf dem Rückweg vom Bynut

Da das Wetter für die nächsten fünf Tage im ganzen Rogaland auf Regen Regen Regen lautet, entschieden wir uns für die Telemark. Zum Glück haben wir Fjordnorwegen schon vor 2 Jahren besucht. Durch die schützenden Berge sollte es im Landesinneren noch einige schöne Spätsommer Tage geben. Nach meinem Frisör-Termin (zu horrendem Preis) ging es somit wieder auf dem Suleskarvegen nach Valle und weiter nach Dalen. Auf dem Weg gab es noch eine Zwangspause, da sich die Velorennfahrer der Tour-de-Fjord in strömendem Regen mit Polizeikonvoi an uns vorbeistrampelten. In diesem Moment genoss ich es unglaublich, im warmen Auto zu Sitzen. Der Tag war mehrheitlich unspektakulär bis auf dass ein entgegenkommender LKW auf der schmalen Bergstrasse mit 80km/h um die Ecke entgegengebraust kam. Zitat Katrin: “Da muesch eifach druf hoffe, das er weis wie breit sin Charre isch”. Ich war bloss erstaunt darüber, dass unser linker Rückspiegel noch vollständig existierte.

Gestern, bei bestem Wetter schauten wir bei den berühmten Schleusen im Telemark-Kanal vorbei. Absolut faszinierend, wie sich die MS Henrik Ibsen über das uralte Schleusensystem 23 Meter nach unten bewegte. Auf dem Heimweg sammelten wir wieder einmal Karmapunkte. Diesmal ohne Bergeseil, dafür mit Überbrückungskabel.

Die Henrik Ibsen auf dem Weg nach unten

Die Henrik Ibsen auf dem Weg nach unten

Heute – “It’s raining Cats and Dogs” wie mein Chef zu sagen pflegt. Die Wiese hat nun mehr Wassertümpel als Grünflächen. Unsere Tarpkonstruktion hat bereits in der Nacht kapituliert, mal schauen wie das enden wird…immerhin sind wir hier in Dalen auf einem sehr angenehmen Campingplatz mit gutem Kaffee, WLAN und Töggelikasten (Und einem Mindestalter von 23 Jahren, was islandmässige Wochenendgelage schonmal hervorragend unterbindet)

Nachtrag:
Gerade haben wir festgestellt, dass Katrin’s Kletterschuhe am genau gleichen Ort ein Loch bekommen haben..WAAARUUUUUUMMMM!!!!???? Soviel zum Thema “meinsch sötet mir ois je es zweits paar Chletterschuech zue tue, falls ois das wieder mal passiert?”

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2 Responses to Hallo neue Kletterschuhe und willkommen in der Wiege des Skis

  1. Jules says:

    Das macht jetzt aber schon sehr viel Lust auf Skiurlaub :-) Ich war letztes Jahr im Tryvann Winter Park direkt bei Oslo, da ich dort beruflich zu tun hatte. Dieses Jahr will ich schon ein wenig mehr ins Landesinnere abtauchen. Dieses Jahr mache ich Wintercamping, einen sehr warmen Daunenschlafsack hab ich schon, und auch sehr wichtig ein guter Kocher für die Suppe am Abend, der nicht bei jedem Windstoß ausgeht.
    Danke auch für den Tipp mit dem Preikestolen, dann werde ich dort besser nicht campen 😉

  2. Jules says:

    Oh fast vergessen: das Skimuseum am Holmenkollen in Oslo ist ein super Ort um sich über die Geschichte des Skisports zu informieren.

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