Northern Highlands

Wie geplant stehen wir am Freitag um punkt 12:00 Uhr vor dem Checkin für die Fähre. Trotzdem schaffen wir es “nur” auf Platz 2 in der Standby Lane. Die Zeit bis zum Boarding und der Entscheidung ob wir mit dürfen oder nicht, vertreiben wir uns bei Kaffee und Shopping im kleinen Stornoway. Kurz vor 14:00 beginnt pünktlich das Verladen der Fähre und nachdem alle drin sind geht’s ruckzuck, Tickets abgeben und drin sind wir. Heute haben sogar alle Glück und die gesamte Standby Lane findet noch Platz auf der Fähre. So rollen wir 2 Tage früher in Ullapool wieder zurück aufs Festland. Etwa eine Autostunde nördlich von Ullapool schlagen wir unser Basecamp auf. Leider ist das Wetter alles andere als gemütlich und wir müssen wieder einmal im Zelt kochen. Während der Zeltofen unsere Füsse wärmt und den Kaffee kocht beschliessen wir, dass dies der nördlichste Punkt unserer Reise sein wird und wir uns somit langsam Richtung Fähre nach Nordirland bewegen werden. Da diese unterhalb von Glasgow fährt, wird es allerdings noch ein wenig dauern, bis wir die Strecke zurück gelegt haben.
Am nächsten Tag erwachen wir bei 1A schottischem Sprühnebelregen und so ist est einmal Ausschlafen angesagt. Erst gegen Abend wird es dann ein wenig trocken und wir wagen uns doch noch nach draussen um eine kleine Küstenwanderung zu unternehmen, welche uns wie immer durch sumpfige Wiesen zu einer Felsnadel im Meer führt. Danach geniessen wir sogar noch so etwas wie einen Sonnenuntergang beim Stoer Lighthouse, während uns der eiskalte Wind um die Ohren pfeift.

Stoer Lighthouse

Stoer Lighthouse

Ebendieser starke Wind, sorgt dann auch für eine äusserst unruhige Nacht und das Zusammenpacken am nächsten Tag wird zur richtigen Challenge. Irgendwann ist dann alles Material ohne Verluste im Auto verstaut und wir machen uns auf die Suche nach etwas zu essen. Als uns wieder mal nur Closed Schilder begrüssen wird uns klar, dass heute Sonntag ist und so müssen wir vorerst hungern. Da Petrus gerade ein vierstündiges Schönwetterfesnter eingelegt hat, machen wir Halt beim Stac Pollaidh, einem kleinen Berg zwischen Lochinver und Ullapool. Da wir immer noch nichts gegessen haben, müssen wir notgedrungen einfach das essen, was gerade verfügbar ist und sich nicht irgendwo in einer Kiste im Kofferraum befindet. In dem Falle 4 Bananen, eine Tüte Chips und Macadamia Nüsse. Dies reicht vorerst um den Gipfel zu besteigen und der weiterhin heftige Wind schiebt uns freundlicherweise schon fast den Berg hoch. Wir geniessen soweit möglich das schöne Panorama und kämpfen uns dann gegen den Wind wieder runter. Dieser ist allerdings so heftig, dass wir stellenweise fast nicht mehr vorwärts kommen.

Gipfel geschafft

Gipfel geschafft

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Abstieg

Abstieg

Aber irgendwann ist es dann doch noch geschafft und in Ullapool finden wir dann endlich auch noch etwas richtiges zu essen. Nach einer weiteren Stunde sind wir bei unserem Campingplatz für die kommende Nacht angekommen. Das Wetter ist mittlerweile einfach nur scheisse. Orkanwinde, Sprühnebelregen und gefühlte 0 Grad. Brrr! Aber der Wetterbericht verspricht für die kommenden Tage Sonne und motiviert uns zum durchhalten. Den Abend verbringen wir in der Gemeinschaftsküche des Campingplatzes. Man könnte Stunden zubringen, den Briten bei ihren Kochverbrechen zu zu schauen. Verkohlte Fajitas mit Tomatenpüree und Tütenkäse Füllung ist dabei das Highlight.
Am nächsten Tag hat endlich der Wind nachgelassen und wir finden zur Abwechslung ein nettes Cafe fürs Frühstück und siehe da, bis wir fertig gegessen haben werden die blauen Löcher in der Wolkendecke immer grösser und grösser. Liegt wohl darann, dass Adrian mutig seinen Blackpudding (Blutwurst) aufgegessen hat. Bereits eine Stunde später düsen wir bei schönstem Sommerwetter der Küste entlang, von der wir für einmal auch etwas sehen.

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Unser Zwischenziel heisst Applecross, ein Miniort der eigentlich nur aus zwei Restaurants und einem Campingplatz besteht. Wir beschliessen hier zu bleiben und geniessen für einmal einfach nur das schöne Wetter bei Bier, Lachsbrötchen und Steinpilz Polenta. Sogar die kurzen Hosen kommnen zu ihrem ersten schottischen Einsatz. Nahtlos geht es am nächsten Tag mit Sonne weiter. Nachdem wir endlich wieder einmal draussen frühstücken können, machen wir noch eine kurze Wanderung. Dazu befahren wir den Bealach na Bà, einer der höchsten Strassenpässe Grossbritanniens. Dies klingt spektakulärer als es ist, aber die Aussicht rüber nach Skye ist phänomenal. Nur gerade 15 Minuten nach dem wir den Rummel auf dem Parkplatz des Passes hinter uns gelassen haben, finden wir uns in absoluter Bergeinsamkeit wieder. Unser Ziel ist ein weiterer unausprechlicher Berggipfel namens Sgurr a’ Chaorachain welchen wir über einen sehr schönen Grat nach gut einer Stunde erreichen.

Der heutige Bergpreis

Der heutige Bergpreis

Mit schönen Weit..

Mit schönen Weit..

und Tiefblicken

und Tiefblicken

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Für einmal ist es sogar warm genug für eine Gipfelrast und wir geniessen noch ein wenig das weitreichende Panorama über die Highlands und die Isle of Skye, ehe wir uns wieder auf den Rückweg machen. Den restlichen Nachmittag liegen wir faul an der Sonne und nach einer Schüssel Pasta Carbonara geht’s zum Sundowner ins Pub, wo wir sogar bis um 22:00 Uhr im T-Shirt draussen sitzen können. Ach Schottland, hättest du doch nur ein paar Tage mehr wie diesen, wir würden es noch viel länger bei dir aushalten. Der Wetterbericht prognostiziert jedoch bereits das Ende des kurzen Ausfluges in den Sommer.

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Auch auf dem Weg ins Pub?

Sad Hochlandrind

Von Applecross geht es, unterbrochen von einem kurzen Seafood Dinner Stop in Oban, zurück an den Loch Lomond, wo wir uns wieder einmal in einem Hotel einmieten. Hier in den Trossachs startete vor fast 5 Wochen unser Schottland Abenteuer und hier ist es wieder fast zu Ende. Nur noch 2h Fahrt trennen uns von der Fähre nach Nordirland.

Es waren tolle Wochen in diesem Land mit seiner wilden Natur, den schön geformten Munros, den türkisblauen Stränden, den äusserst freundlichen Menschen und dem (meistens) beschissenen Wetter :) Aber jetzt ist es Zeit für etwas (halbwegs) Neues. Wir freuen uns auf Nordirland und Irland!

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