Slow Days

Unsere letzten beiden Tagen in den Cairngorms sind wetterbedingt eher gemächlich. Am Montag unternehmen wir einen gemütlichen Spaziergang durchs Glen Tanar, über alte Brücken und durch noch ältere Tannenwälder.

IKEA Man im Glen Tannar

IKEA Man im Glen Tanar

Für den nächsten Tag ist Regen angesagt und so beschliessen wir, einen kleinen City Trip nach Aberdeen zu unternehmen. Der Bus dorthin fährt jede Stunde am zehnvor, ausser natürlich in dieser Stunde an der wir an der Bushaltestelle stehen. Kein Problem denken wir, genehmenigen wir uns halt noch in einem der Cafes in Ballater einen Kaffee. Doch offenbar kommt Kaffee bei den Briten erst nach Bacon und Beans, überall stehen wir vor verschlossenen Türen. Das einzige Cafe welches geöffnet hat empfängt uns mit einer schwülwarmen Baconwärme, aber immerhin gibts Butter und Gonfi zu einem waschechten Gipfeli. Eine Stunde später nehmen wir dann nochmals einen Anlauf und sitzen kurze Zeit Später im Bus nach Aberdeen.
Aberdeen versprüht auf den ersten Blick in etwa den gleichen Charme wie die Zugfahrt durch den Oltener Bahnhof. Die Stadt ist sehr grau, da fast alle Häuser aus Granit gebaut wurden und wenn dann noch der Himmel grau ist, dann ist das schon sehr…ja grau.

Silver City..

Silver City..

Silver City

und ab un zu etwas Farbe

Aberdeen

Aberdeen

Wir schlendern ein wenig durch die Gassen und landen schliesslich in einem sehr hippen Cafe, wo ausschliesslich Menschen mit bunten Haaren und riesigen Hornbrillen arbeiten und in der Speisekarte sehr oft das Wort “super food” auftaucht. Nach einem Kichererbsen Avocado Super Food Wrap und einer Healthy Super Linsen Suppe sind wir gestärkt für den Weiterweg. Wir landen in einem kleinen Museum namens the Tolbooth Museum welches sich in uralten Gemäuern befindet in denen man enge Türme und frühere Kerkerzellen besichtigen kann. Vis a vis vom Museum zieht uns ein nettes Lokal an und so verbringen wir den Abend mit gigantischer Bier Auswahl und Burger in einem Schuppen namens Brewdog, bevor uns der Bus wieder zurück nach Ballater fährt.

See you at the bitter end..

See you at the bitter end..

Am Mittwoch heisst es dann Abschied nehmen von Ballater. Hier hat es uns sehr gefallen und so sind aus ursprünglich 3 geplanten Nächten 6 geworden. Nun ist es jedoch an der Zeit, weiter zu ziehen. Unser Ziel ist nun die Moray Firth, bzw deren Küste östlich von Inverness. Auf dem dahin kommt man an unzähligen Distillerien vorbei, da sich über die Hälfte aller schottischen Distillerien hier in dieser Region befinden. Wir belassen es dabei, bei Glen Livet kurz den Shop und die kleine Ausstellung zu besichtigen. Da im Moment kein Whisky produziert wird und wir ja schon die Deanston Distillerie gesehen haben, verzichten wir auf eine Führung. Das Basecamp schlagen wir in einem kleinen Kaff namens Hopeman. Der Zeltplatz liegt direkt am Strand und es empfangen uns sogar ein paar Sonnentrahlen. Wie wir erfahren ist diese Regeion ein “Banana Belt”, sprich hier ist es oftmals viel milder als im Rest von Schottland. Für heute stimmt dies und wir geniessen die unverhofften Sonnenstrahlen und unser Camping Ofen backt für uns Brot, Zimtschnecken und Pizza zum Znacht.

Es gibt sie noch..die schottische Sonne

Es gibt sie noch..die schottische Sonne

Mmmh

Mmmh

Am nächsten Tag ist allerdings nicht mehr viel mit Banana Belt, es regnet ziemlich heftig. Bei solchem Wetter ist erstmal ausschlafen angesagt. Wir versuchen so lange wie möglich im warmen Schlafsack zu bleiben, aber irgendwann treibt einem die volle Blase unerbittlich aus dem Zelt. Gegen Nachmittag beschliessen wir, den Tag doch noch für etwas sinnvolles zu nutzen. Gestern ist uns nämlich aufgefallen, dass einer unserer Frontscheinwerfer nicht mehr funktioniert. Google Maps führt uns zur nächsten Toyota Garage, wo man sich so gleich um unser Problem kümmert. Während die äusserst netten Mitarbeiter die Birne wechseln, unterhalten wir uns ganz nett mit einer älteren deutschen Dame, die seit 30 Jahren in Schottland wohnt und uns noch den ein oder anderen Tip mit auf den Weg gibt. Am Schluss haben wir nicht nur wieder zwei funktionierende Scheinwerfer, sondern eeendlich auch eine neue Batterie im Schlüssel. Hurra! Endabrechung für Birne und Schlüssel: 5 £. Wir sagen danke und freuen uns, dass wir den verregneten Tag doch noch irgendwie gut genutzt haben.
Für heute Nacht gönnen wir uns zum ersten Mal ein Hotelzimmer. Auf dem Weg dahin besuchen wir einen riesigen Whisky Laden und ein paar der wirklich schönen Strände in der Region, bevor dann am Nachmittag wieder Regen einsetzt und wir erstmal die Annehmlichkeiten einer trockenen und warmen Behausung geniessen.

Das Raritäten Regal von Gordon & MacPhail

Das Raritäten Regal von Gordon & MacPhail

Scottish Beach life

Scottish Beach life

Zum Znacht gibt es standesgemäss Cullen Skink, eine angeblich weltberühmte Suppe aus Cullen, dem Ort in dem sich das Hotel befindet. Es gibt sogar Cullen Skink Weltmeisterschaften, welche von unserem Hotel auch schon gewonnen wurde. So oder so, die Suppe ist sehr lecker. Nach dem Znacht ist dann das Wetter auch wieder besser und wir machen noch einen ausgedehnten Spaziergang der Küste entlang.

Bow Fiddle Rock in Portknockie

Bow Fiddle Rock in Portknockie

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