Spitzmeilen – zweiter Anlauf

Bei unserem letzten Besuch mussten wir die Besteigung des Spitzmeilen aus Gondelizeittechnischen Gründen abbrechen. Um es nun wirklich auf den Spitzmeilen zu schaffen, nahmen wir uns zwei Tage Zeit und viele Kilometer als Anlauf. Die Tour war als Vorbereitung für den Kungsleden-Trail gedacht und es ging uns um den Zelt-Test, Essens-Test, Rucksack-Test und so weiter… Unsere Rucksäcke waren also mit Schlafsack, Mätteli, Zelt, Kleider, Essen, Kocher und noch weiterem Kleinzeugs ausgestattet. Auf der Wage waren dies pro Rücken stattliche 9.5 KG für zwei Tage. Gestartet sind wir in Wissenberg oberhalb Matt (GL). Wir gönnten uns die Seilbahn, da definitiv noch genügend Höhenmeter auf uns warteten. So durchquerten wir in gemütlichem Schritt mit unserem Schneckenhaus das Chrauchtal über abenteuerliche und schattige Waldwege, wo sich dann endlich auch der Spitzmeilen blicken liess. Auf dem noch langen Weg gönnten wir uns eine kurze Kneipp-Pause im Bergbach bevor es dann über steile Serpentinen in Richtung Schönbüelfurggel ging. Kurz vor der Furggel haben wir unser Zelt aufgeschlagen, wo wir auch endlich unsere genau abgemessenen 120g Pasta pro Person essen durften. Für den Kungsleden müssen da definitiv noch ein paar Gramm dazu gerechnet werden. Bald zogen vom Glarus her dunkle Gewitterwolken auf und so war dann mit einem leichten Hungergefühl bereits um 20:30 Uhr Lichterlöschen angesagt.

Morgenstund hat Gold im Mund heisst’s ja so schön – drum war für uns auch bereits um 5.45 Uhr Tagwacht. Es ging ein frischer Wind nach einer regnerischen Nacht. Nach dem verhältnismässig guten Müsli mit Magermilchpulver und Wasser folge das obligate Packen. Los ging es dann um 6.30 Uhr in isländischer Wandermanier gerade hinauf auf den Spitzmeilen zu. Oder auch vom dunklen Himmel im Glarnerland dem blauen Himmel im St. Gallerland entgegen. Nachdem wir den gut getarnten Gipfelaufstieg entdeckt hatten und nach einer kurzen Klettereinlage endlich – Geschafft, wir haben die offene Rechnung beglichen. Via Wissmilen/Wissmeilen ging es über den inzwischen bekannten Weg zielstrebig zur Maschgenkammbahn. Die Strecke zwischen Spitzmeilen und Wissmeilenpass war dabei mit dem grossen Rucksack und dem heftigen Wind gar nicht so einfach. Etwas neidisch schauten wir danach dem Trailrunner zu, der diesen Abschnitt in 5 Minuten locker flocker bewältigte.

Nach insgesamt 29 Leistungskilometern waren wir dann aber auch froh, gerade noch vor dem Regen in der Gondelbahn zu sitzen. Für den letzten Kilometer mussten noch schnell sämtliche Isostar Gel Reserven angezapft werden und beim Umsteigen auf dem Tannenboden reichte es gerade noch für Öpfelchüechli mit viel Vanillesauce, ehe wir am Bahnhof Unterterzen noch die letzten Kraftreserven für einen Sprint auf die S-Bahn verbrauchen mussten.

Schön wars – anstregend wars, aber definitiv ein gutes Training für den Kungsleden. Das Material passt und nun gilt es, noch einige Anpassungen bezüglich Essen zu machen.

 


 

Nachtrag zu unserem Essens-Test:

Wir haben uns mit diverser Sportler-Nahrung eingedeckt – entstanden ist eine riesiige Riegelparty, zwei Gele’s und ein Milch-Schwarztee-Gemisch aus Malaysia.

Fazit :

1: Konsistenz: gepresster Himbeerkaugummi, ging gar nicht
2-5: hervorragend im Geschmack, angenehme Konsistenz, definitiv mehrwertiger wie ein Farmer-Riegel
6: Komischer Geschmack, extrem kompakt. Klebt danach noch Stunden in den Zähnen, nichts über längere Zeit.
7: wie 2-5, etwas kompakte Konsistenz, leichter Haselnussgeschmack
8: Sehr kompakt in der Masse, fruchtig im Geschmack – habe wesentlich weniger erwartet. Man könnte es sogar als durchaus lecker bezeichnen.
9: Primär Apfelgeschmack – Mango erst im Abgang. Perfekt für Älplermagronen. Wesentlich weniger Kompakt wie 8, lecker aber nicht so nahrhaft
10: Üble Sache Malony – gar nichts für mich. Schmeckt wie 10 mal verdünnter Schwarztee mit Milchpulver (ist es wahrscheinlich auch?)

riegelparty

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One Response to Spitzmeilen – zweiter Anlauf

  1. mila says:

    ich mag dein Test :-)

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