Kungsleden Tag 4 – Vom Vaggi ins Vagge

Da unser Zeltplatz über keinen Wasseranschluss verfügt, gibt’s heute erst einmal kein Frühstück weil das Geschirr noch schmutzig ist. Wir beschliessen erstmal ohne Frühstück los zu laufen und bei der nächsten Gelegenheit eine Wasch und Esspause ein zu legen. So kämpfen wir uns mit leerem Magen weiter durch den grünen, sumpfigen, Mücken verseuchten Birken Jungle bis zur Vistas Stuga. Als uns ein dezenter Toilettenduft entgegen wabert wissen wir, die Hütte ist erreicht. Bei der Badestelle am Fluss gibt’s dann endlich was zu futtern und der Tag kann richtig beginnen. Das nächste Ziel ist die Brücke, bei der der Weg ins Kaskasvagge abzweigt. Doch diese lässt sich ordentlich Zeit mit ihrem Auftauchen und langsam geht uns dieser Weg durch den dichten Wald mächtig auf den Keks. Hinzu kommt ein wahres First World Problem. Das Wetter ist zu schön! Die Sonne brennt und es ist furchtbar heiss! Im feuchten Wald herrscht Saunafeeling und wir werden richtig gar gekocht. Um so schöner ist dann der Platz rund um die Brücke. Auf den warmen Steinen des Flusses machen wir Pause , geniessen (total Mückenfrei!) die Sonne und gönnen uns ein kaltes Bad in den natürlichen Badewannen des Visttasjohka.

Das beste Pausenplätzchen wos je hets gits

Das beste Pausenplätzchen wos je hets gits

Mit unserer Privatbadewanne unten links

Mit unserer Privatbadewanne unten links

Am liebsten würden wir gleich für den Rest des Tages hier bleiben, so sehr gefällt uns dieser Platz. Doch wir überzeugen uns selber, dass es besser ist, das schöne Wetter zum Laufen zu nutzen und nicht zum faulenzen. Und das härteste Stück steht uns ja schliesslich noch bevor. Es dauert ein wenig, bis wir uns das selber glauben, vor allem da 5 Minuten nach Wiederaufbruch der Schweiss wieder schneller unterwegs ist als wir.

Blick zurück

Blick zurück

Der Pfeil “Kaskavagge 7km” weist uns den Weg. Der Karte entnahmen wir bereits, dass auf der folgenden Strecke noch 500 Höhenmeter auf uns warten. Eine ziemliche Herausforderung für am Nachmittag – mit Pause haben wir dafür 3h. Aufstieg und Abstieg ähneln den isländischen Wanderwegen, ein endloses steiles Geröll-Meer und die Steinmännchen sind rar. Wie war das noch gleich mit “wir wünschen uns Höhenmeter?”..ach nicht so wichtig.Nach den Strapazen erreicht man ein schönes Hochplateau mit mehreren kleinen Seen. Bei so vielen schönen Pausenplätzen kommen wir kaum vorwärts, da wir in jeden Tümpel kurz die Füsse reinhalten müssen. Doch irgendwann beginnt dann der Abstieg ins Kaskasvagge und wir glauben in der Ferne bereits die Schutzhütte zu erkennen. Die Euphorie wird jedoch jäh gebremst als sich die Hütte beim näherkommen als grosser Felsbrocken entpuppt. Also müssen wir doch noch ein bisschen weiter marschieren als gedacht.

Fussbadhochebene

Fussbadhochebene

Abstieg ins Kaskasvagge

Abstieg ins Kaskasvagge

Kurz vor der nächsten Brücke finden wir dann unseren Platz für die kommende Nacht mit herrlichem Gletscherblick. Ein weiteres kaltes Bad im Fluss wäscht die Strapazen des Tages hinfort und auch das Essen ist heute eine Freude: Polenta mit Dosenfleischkäse – 1a!

 

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