Von Asbyrgi bis zum Dettifoss

Wie immer haben wir einen Plan: Mit dem Auto bis zum Parkplatz vom Dettifoss, dort auf den Bus bis nach Asybrgi und dann in zwei Tagen zurück zum Dettifoss laufen.

Der Bus fährt wie immer pünktlich und in einem Höllentempo rasen wir Asbyrgi entgegen. Kurz vorher hält der Bus aber noch in Vesturdalur, wo wir ganz zu Beginn unserer Reise ja schon einmal waren. “We stop here for 1 hour” vekündet der Busfahrer. Na toll..was sollen wir denn hier eine Stunde machen? Aber wie wir nun so im Bus sitzen und ein bisschen nachdenken, kommt uns ein Gedanke. Vesturdalur….mmmh…könnte es sein, dass dies das Ende der ersten Etappe ist und wir somit heute hier übernachten werden? Ein Blick in den Guide bestätigt unseren Verdacht. Also nichts wie raus aus dem Bus und schon mal das Zelt für heute Abend aufstellen. Koch- und Schlafsachen können wir somit hier lassen und die erste Etappe mit leichtem Gepäck laufen. Wir sind ein wenig stolz auf unseren genialen Plan. Wie sich jedoch herausstellt, gibt es durchaus Leute die dies von Anfang an so geplant haben, was unsere Intelligenzleistung ein wenig schmälert. Bald darauf starten wir in Asbyrgi, die ersten 4km des Tracks kennen wir bereits. Bei der Stelle an der man aus dem oder in den Canyon “klettern”muss, müssen wir erst einmal eine Viertelstunde warten, bis sich der Inhalt eines deutschen Rentnerbus hinunter manövriert hat. Das dauert, unter anderem auch, weil jeder noch den gigantischen Steinpilz fotografieren muss, der neben dem Weg wächst…Danach geht es aber flott vorwärts und nach 3h sind wir zurück beim Zelt. Da es recht kalt und windig ist, kochen wir noch schnell ein Süppchen mit Wursteinlage und sind dann auch schon bald in den Schlafsäcken. Am nächsten Tag stehen 18km bis zum Dettifoss auf dem Plan. Der Weg ist nach wie vor gut zu finden, dies muss wohl der bestbeschildertste Wanderweg ganz Islands sein. Nach gut einem Drittel wird es erstmals spannend, ein Fluss muss gequert werden. Das Wasser ist mal wieder schweinekalt, aber nicht besonders tief und so sind wir schnell auf der anderen Seite.

 

kalt kalt kalt (inkl. Kamerabändel)

kalt kalt kalt (inkl. Kamerabändel)

Die Landschaft ändert sich immer wieder, von Fjell bis grünem Birkenwald, gefolgt von karger Steinwüste. Zwischendurch ist der Weg recht langweilig und zieht sich ein bisschen. Aber kurz vor dem Ziel kann man sich für zwei Wegvarianten entscheiden. Natürlich nehmen wir die Variante “difficult”. So kommen wir auch noch gleich am kleinen Bruder vom Dettifoss vorbei, dem Hafragilsfoss.

Kurz vor dem Ziel

Kurz vor dem Ziel

Zum Schluss muss man wieder aus der Schlucht hinausklettern. Da sich isländische Wanderwege generell nicht mit langwierigen Serpentinen aufhalten, geht es einfach gerade ein Geröllcouloir hoch inkl. kleiner Klettereinlage zum Schluss. Dann ist es nicht mehr weit und wir sehen bereits unser Ziel, den mächtigen Dettifoss. Die letzten 100 Meter werden wir alle 2 Meter angequatscht. “How far is it to the next waterfall?” Da es sich ausschliesslich um Rosaturnschuhträger und Rentner handelt, raten wir allen von ihrem Unternehmen ab. Wir wollen dann ja nicht schuld sein, wenn ein 70 jähriges Ehepaar den ganzen Canyon hinunterpurzelt. Zufrieden und erschöpft geniessen wir noch ein wenig den Anblick vom Foss und fahren dann wieder zurück zum Myvatn.

dettifoss

Am Abend haben wir uns wieder einmal einen Burger verdient. Heute stand dann der Transfer ins Hochland an. Das Ziel: die Herdubreidarlindir, ein Zeltplatz am Fusse der Herdubreid. Dorthin führt die F88, wohl eine der meistbefahrensten Hochlandpisten ganz Islands, da dies auch der direkteste Weg zur Askja ist. Daher ist sie zumindest bis zum Zeltplatz recht zügig zu befahren. Kurz vor dem Ziel treffen wir dann noch auf Linda. Linda ist keine hübsche Isländerin, sondern ein mieslauniger Fluss von dem wir wieder mal recht viel im Internet gelesen haben. Heute scheint Linda aber recht gut gelaunt und lässt uns ohne Probleme durch. Nun sitzen wir wieder einmal im Auto weil wir vor den Fliegenhorden geflüchtet sind. Wir hoffen, dass der Wind noch ein wenig auffrischt, so dass wir heute noch in der Lage sind Hörnli und Ghackets zu kochen.

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